Warnung · In Anzeigen und Inseraten
Markenware im Instagram-, Facebook- oder TikTok-Feed: Wann eine Werbeanzeige ein Warnzeichen ist
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen beschreibt drei Maschen in Werbeanzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok: Shops mit unrealistisch niedrigen Preisen, Nebenjobs mit Kontoeröffnung und Ausweiskopie sowie Gewinnspiele, die Daten sammeln oder in Abofallen führen. Als Warnzeichen nennt sie unter anderem fehlende Impressumsangaben, Kontakt nur über Messenger oder E-Mail und Zahlung nur per Vorkasse oder Kreditkarte. Eine Anzeige in einem bekannten Netzwerk ist kein Echtheitsnachweis.
Woran Sie es erkennen
- Der Preis in der Anzeige ist unrealistisch niedrig, verglichen mit dem, was das Produkt sonst kostet.
- Nach dem Klick fehlt ein Impressum oder es ist unvollständig, der Domainname wirkt ungewöhnlich oder enthält Rechtschreibfehler.
- Fragen sind nur per Messenger oder E-Mail möglich, eine Telefonnummer oder Anschrift gibt es nicht.
- Verlangt wird Vorkasse oder Kreditkartenzahlung, andere Zahlungsarten mit Käuferschutz gibt es nicht.
Was jetzt zu tun ist
- Nicht auf die Anzeige bestellen. Den Shop im Fakeshop-Finder prüfen und den Shopnamen zusammen mit dem Wort „Betrug“ recherchieren.
- Impressum prüfen: Name, Anschrift, Rechtsform, Kontakt. Fehlt etwas, zahlen Sie nicht vorab.
- Die Anzeige direkt auf der Plattform melden und Screenshots von Anzeige und Shopseite sichern.
- Ist Geld geflossen: Bank informieren und Anzeige erstatten. Haben Sie Ausweiskopien weitergegeben, erstatten Sie ebenfalls Anzeige.
Die drei Maschen, die die Verbraucherzentrale beschreibt
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen unterscheidet in ihrer Übersicht drei Vorgehensweisen, die über Werbeanzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok laufen. Die erste sind Fakeshops und internationale Shops, die mit extrem niedrigen Preisen locken und nicht oder minderwertig liefern. Die zweite sind Nebenjobs, die hohe Verdienste versprechen, dann aber die Eröffnung eines Kontos und Kopien von Ausweisdokumenten verlangen. Die dritte sind gefälschte Gewinnspiele, die nach Angabe der Verbraucherzentrale auf Datensammlung und Abofallen zielen.
Die Verbraucherzentrale NRW ergänzt den Blick der Prüfstellen: Der Fakeshop-Finder überwache seit Oktober 2025 Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram, um Fakeshops früher zu erkennen. Das zeigt, dass diese Anzeigen selbst als Kanal gelten. Nach den Zahlen der Verbraucherzentrale NRW sind 86.000 gefälschte Shops identifiziert und kommen rund 1.200 pro Monat hinzu. Das sind die Angaben der Verbraucherzentrale, nicht unsere Zählung.
Woran Sie eine Anzeige prüfen
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt Erkennungsmerkmale, die sich ohne Vorwissen prüfen lassen: unrealistisch niedrige Preise, fehlende oder unvollständige Impressumsangaben, ungewöhnliche Domainnamen oder Rechtschreibfehler, Kontakt nur über Messenger oder E-Mail und Zahlung nur per Vorkasse oder Kreditkarte.
Ein einzelnes Merkmal genügt nicht als Beweis. Eine junge Firma kann einen ungewöhnlichen Domainnamen haben und ihr Impressum verspätet ergänzen. Wenn mehrere zusammentreffen, ist das jedoch kein Zufall mehr. Die Prüfung dauert eine Minute: Impressum lesen, die Zahlungsarten suchen, Shopname und „Betrug“ in eine Suchmaschine eingeben und die Adresse im Fakeshop-Finder prüfen, wie die Verbraucherzentrale empfiehlt.
Der Nebenjob, der ein Konto verlangt
Bei dieser Variante wird kein Produkt verkauft. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt als Beispiel ein Angebot mit „750 Euro monatlich“. Wer zusagt, soll ein Konto eröffnen und Ausweiskopien schicken. Nach ihrer Beschreibung führt das zu Identitätsmissbrauch, und auch Betrug mit Kryptowährungen kommt vor. Das Konto, das Sie eröffnen, kann später als Zahlungsverbindung für andere Betrügereien dienen: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen beschreibt in ihrem Beitrag zu Fakeshop-Merkmalen, dass Betrüger Personen anwerben, um unter deren Namen ein Konto zu eröffnen und es als Zahlungsverbindung zu missbrauchen.
Was Nichtstun kostet
Wer der Anzeige folgt und vorab zahlt, kann das Geld je nach Zahlungsart nicht zurückholen. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass bei internationalen Shops der Rückversand nach China kostenpflichtig ist. Wer den Widerruf ausübt, muss diese Kosten einplanen. Warum die Zahlungsart entscheidet, beschreibt die Warnung zu Onlineshops, die nur Vorkasse anbieten.
Wer Ausweiskopien weitergegeben hat, hat ein zweites Problem, das mit Geld allein nicht behoben ist: Die Kopien sind in fremder Hand. Erstatten Sie Anzeige und informieren Sie Ihre Bank.
Wohin mit der Meldung
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, betrügerische Anzeigen direkt auf den Plattformen zu melden und bei finanziellem Schaden die Bank zu kontaktieren und Anzeige zu erstatten. Hilfreich sind Screenshots der Anzeige, der Shopseite und des Impressums, denn beides kann schnell verschwinden.
Quellen
- Verbraucherzentrale Niedersachsen, „Unseriöse Werbeanzeigen: Vorsicht vor Fake-Angeboten auf Instagram, Facebook und TikTok“, Stand 24.11.2025 — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
- Verbraucherzentrale NRW, „Fakeshops haben Hochkonjunktur“, 20.11.2025 — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
- Verbraucherzentrale, „Fakeshop-Finder: Prüfen Sie, ob ein Online-Shop seriös ist“ — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
- Verbraucherzentrale Niedersachsen, „Fakeshops im Internet: Typische Merkmale und Warnsignale“, Stand 31.07.2026 — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
Stand 20. September 2026 · geprüft und freigegeben von Redaktion Verbraucherhilfen am 20. September 2026. Angaben zum Marktgeschehen stammen von den genannten Stellen und sind deren Feststellungen, nicht unsere Zählung.
Häufige Fragen
Ist eine Anzeige auf einer großen Plattform ein Zeichen für Seriosität?
Nein. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen beschreibt gerade Werbeanzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok als Weg, auf dem unseriöse Angebote Nutzer erreichen. Aus der Anzeige allein lässt sich nicht ablesen, ob der beworbene Shop geprüft wurde oder liefert.
Was ist mit Nebenjobs, die in Anzeigen beworben werden?
Die Verbraucherzentrale nennt Angebote mit hohem Verdienst, etwa „750 Euro monatlich“, bei denen später ein Konto eröffnet werden soll und Ausweiskopien verlangt werden. Das führe zu Identitätsmissbrauch. Auch Betrug mit Kryptowährungen wird beschrieben.
Was passiert bei einem Rückversand nach China?
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist darauf hin, dass bei internationalen Shops der Rückversand nach China kostenpflichtig ist. Das kann den Wert eines Widerrufs deutlich senken.
Wo melde ich eine unseriöse Anzeige?
Direkt auf der Plattform, auf der sie erscheint. Bei finanziellem Schaden sollten Sie nach Angabe der Verbraucherzentrale die Bank kontaktieren und Anzeige erstatten.
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