Warnung · Im Onlinehandel
Heizöl und Brennholz zum Schnäppchenpreis: Woran Sie einen Fakeshop erkennen
Zur Heizsaison locken Fakeshops mit auffällig günstigem Heizöl und Heizmaterial und liefern nach der Zahlung nicht. Die Verbraucherzentralen nennen als Warnzeichen ein fehlendes oder unvollständiges Impressum, nur Vorkasse, Preise weit unter dem Markt und gefälschte oder fehlende Bewertungen. Bestellen Sie dort nicht. Haben Sie schon gezahlt, rufen Sie sofort Ihre Bank an, sichern Sie alle Unterlagen und erstatten Sie Anzeige.
Woran Sie es erkennen
- Der Preis pro Liter oder pro Raummeter liegt deutlich unter dem, was Händler in Ihrer Region verlangen, und die Lieferung soll trotzdem schnell erfolgen.
- Am Ende der Bestellung bleibt nur die Vorauszahlung per Überweisung, obwohl seriöse Shops auch Kreditkarte oder PayPal anbieten.
- Das Impressum fehlt oder ist unvollständig, obwohl es für einen gewerblichen Onlineshop Pflicht ist.
- Die Seite wirkt professionell, aber die Bewertungen klingen gleichförmig, oder es gibt keine, die sich außerhalb des Shops finden lassen.
Was jetzt zu tun ist
- Nicht bestellen und nicht vorab überweisen. Prüfen Sie die Internetadresse vorher mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen.
- Haben Sie überwiesen: sofort die Bank anrufen und um Rückruf des Auftrags bitten. Solange die Zahlung nicht ausgeführt ist, kann das möglich sein.
- Bestellbestätigung, E-Mails, Screenshots von Angebot und Impressum sichern, bevor die Seite verschwindet.
- Anzeige bei der Polizei erstatten. Das geht auch online und ist die Grundlage für alles Weitere.
Warum Heizmaterial so oft betroffen ist
Die Verbraucherzentrale beschreibt die Masche als saisonal: Zur Heizsaison locken Fakeshops mit besonders günstigen Angeboten für Heizöl und anderes Heizmaterial, und nach der Zahlung kommt keine Lieferung. Das ist plausibel, weil hier alles zusammenkommt, was Betrüger brauchen. Es geht um große Mengen, bei denen wenige Cent Unterschied pro Liter oder Raummeter schnell nach Ersparnis aussehen. Und es gibt Zeitdruck, denn wer den Tank leer hat, sucht nicht drei Wochen nach dem besten Anbieter.
Wie die Bestellung typischerweise abläuft
Die Seiten sehen laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz häufig professionell aus. Auffällig wird die Seite an den Stellen, die die Verbraucherzentrale nennt: kein oder unvollständiges Impressum, nur Vorkasse als Zahlungsart, gefälschte oder fehlende Kundenbewertungen. Nach der Zahlung erfolgt dann, so die Verbraucherzentrale, keine Lieferung.
Ein von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dokumentierter Fall betraf 1.000 Liter Heizöl gegen Vorkasse. Bei solchen Mengen geht es um größere Beträge, die Sie ohne Zutun des Empfängers nicht zurückholen können.
Was der Preis verrät und was nicht
Ein niedriger Preis beweist nichts. Er ist aber das Merkmal, das Sie am schnellsten prüfen können, und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät dazu, bei zu günstigen Preisen misstrauisch zu werden, weil „Super-Angebote“ oft nicht existieren. Vergleichen Sie deshalb mindestens zwei Anbieter aus Ihrer Region, bevor Sie einem Preis trauen, der weit darunter liegt.
Ein zweites Merkmal nennt die Verbraucherzentrale ausdrücklich: Angebote, die anderswo gerade nicht zu bekommen sind. Wenn Heizmaterial überall knapp ist und ein einziger Shop es sofort liefern will, ist das eine Frage wert.
Die Zahlungsart entscheidet, was Sie später noch tun können
Seriöse Shops bieten nach Angabe der Verbraucherzentrale neben Vorkasse auch Kreditkarte oder PayPal an. Ein Shop, der am Ende nur noch Überweisung zulässt, nimmt Ihnen die Wege, auf denen Sie eine Zahlung noch anfechten könnten. Warum das so ist und welche Frist für welche Zahlungsart gilt, steht in der Warnung zu Onlineshops, die nur Vorkasse anbieten.
Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt, sichere Zahlungsmethoden zu wählen, etwa Kauf auf Rechnung oder Lastschrift, und im Zweifel gar nicht zu kaufen.
Wenn Sie schon gezahlt haben
Die Verbraucherzentrale nennt drei Schritte in dieser Reihenfolge: die Bank sofort kontaktieren, weil die Zahlung möglicherweise noch gestoppt werden kann, alle Unterlagen sichern und Strafanzeige erstatten, auch online. Das Gespräch mit der Bank ist eine Bitte, kein Anspruch. Ob ein Auftrag noch zurückgerufen werden kann, hängt davon ab, ob er schon ausgeführt ist.
Rechtlich haben Sie Anspruch darauf, dass geliefert oder zurückgezahlt wird. Praktisch ist dieser Anspruch nur so viel wert wie die Erreichbarkeit des Empfängers, und die ist bei Fakeshops häufig nicht gegeben. Rechnen Sie deshalb nicht damit, das Geld zurückzubekommen, sondern sichern Sie sich die Chance darauf.
Der günstigste Weg
Der günstigste Weg ist der, der vor der Zahlung liegt: die Internetadresse mit dem Fakeshop-Finder prüfen, den Shopnamen mit „Erfahrungen“ suchen und im Zweifel beim Händler in der Region anfragen. Wie Sie das Ergebnis des Fakeshop-Finders lesen und wo seine Grenzen liegen, beschreibt die Warnung zum richtigen Umgang mit dem Fakeshop-Finder.
Quellen
- Verbraucherzentrale, „Vorsicht vor Heizöl-Angeboten: Fakeshops locken mit falschen Schnäppchen“, Stand 20.11.2025 — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, „Sicher Heizöl online kaufen“, 04.10.2024 — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
- Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „Fake-Shops: Beim Onlinekauf immer misstrauisch sein“ — Fundstelle (abgerufen am 20. September 2026)
Stand 20. September 2026 · geprüft und freigegeben von Redaktion Verbraucherhilfen am 20. September 2026. Angaben zum Marktgeschehen stammen von den genannten Stellen und sind deren Feststellungen, nicht unsere Zählung.
Häufige Fragen
Ist ein niedriger Preis allein schon ein Beweis für einen Fakeshop?
Nein. Auch seriöse Händler haben Aktionen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät aber ausdrücklich zu Misstrauen bei zu günstigen Preisen, weil „Super-Angebote“ oft nicht existieren. Ein niedriger Preis ist ein Anlass, Impressum, Zahlungsarten und Bewertungen zu prüfen, kein Urteil.
Ich habe für die Lieferung nur eine Anzahlung geleistet. Ist das besser?
Nicht wesentlich. Die Verbraucherzentralen beschreiben Fälle, in denen Vorkasse verlangt wird und danach nichts geliefert wird. Auch eine Anzahlung per Überweisung ist Geld, das Sie ohne Zutun des Empfängers nicht zurückholen können. Entscheidend ist die Zahlungsart, nicht die Höhe.
Was, wenn ich den Shop nicht mehr finde?
Das ist bei dieser Masche üblich, und deshalb kommt es auf Ihre Unterlagen an: Bestätigungsmail, Kontoverbindung des Empfängers und Screenshots. Damit können Bank und Polizei arbeiten, auch wenn die Seite nicht mehr erreichbar ist.
Wo prüfe ich einen Heizölhändler vor der Bestellung?
Beim Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen, außerdem durch eine Suche nach dem Shopnamen zusammen mit Begriffen wie „Erfahrungen“ und durch einen Blick ins Handelsregister. Ein grünes Ergebnis ist allerdings keine Garantie, auch dann bleibt eine sichere Zahlungsart wichtig.
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